| Geologische Exkursion nach Schweden und Bornholm |
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Die Exkursion führt vom jüngeren germanischen Becken zur Fennoscandischen Randzone, die das Becken vom älteren skandinavischen Kraton trennt. Die Fennoscandische Randzone ist ein Teil der Tornquist-Sutur, die sich bis zum Schwarzen Meer hinzieht. An der etwa 100km breiten Randzone haben sich viele Gräben und Horste ausgebildet. Die Bildung geht zurück auf das späte Karbon bis zum frühen Perm. 1. Exkursionspunkt: Kreidefelsen auf Rügen (Oberkreide, Maastricht)Die Exkursion nach Südschweden und Bornholm beginnt auf Rügen. Die Ostseeinsel ist vor allem wegen seiner Steilküste und dem Königsstuhl (Luftbild) bekannt. Rügen bildet den Übergang zu Süd-Skandinavien, die Grenze ist die Tornquist-Sutur. Auf Rügen ist an der Küste das Untere Maastricht (Oberkreide) aufgeschlossen, das 700-800m mächtig ist. Die Hochlagen der Kreide sind tektonisch bedingt. Im Alp erfolgte eine Transgression des Meeres auf die Tornquist-Linie. Der Sedimentationsraum war flachmarin und daher sehr ruhig. Das Milieu war lebensfreundlich und gut durchlüftet, wodurch das Meer artenreich war und das Sediment fossilreich ist. Besonders stark vertreten waren die Coccolithen, die kleine Kalkplättchen besitzen, die beim Absterben zu Boden sinken und den Hauptteil der Kreide aufbauen. Dadurch, dass die Kreide nicht von vielen Sedimenten überlagert ist, ist das Gestein sehr porös. Diese Formation wird als Schreibkreide bezeichnet. In den weißen Kreide-Sedimenten treten schwarze Lagen aus Feuersteinen aus. Feuersteine sind dunkle, harte Gesteine, die aus SiO2 bestehen. Sie In dem Meer lebten auch Tiere, deren Skelette aus Kieselsäure (SiO2) bestanden. Wenn diese Tiere absterben löst sich im Porenwasser Kieselsäure. Diese fiel durch eine Änderung des pH-Werts aus und reicherte sich in Lagen an. Die in den Feuersteinen enthaltenen Fossilien weisen auf eine frühdiagenetische Bildung (kurz nach der Ablagerung) hinweist. Die Schale besteht ebenfalls aus Feuerstein, hat aber eine höhere Porosität, wodurch sie weiß erscheint. Das heißt die Schale ist zuletzt entstanden. Die Feuersteine können kaminartig, traubenartig und plattig ausgebildet sein. Aus dem Zeitalter des Quartär sind Geschiebemergel vorhanden. Diese wurden in den Rückzugsstadien der Gletscher gebildet und sind Reste von Stauchmoränen. Aktuell treten Rutschungen auf. Durch die Brandung bilden sich Brandungshohlkehlen. Die Gerölle des Skandinavischen Kristallins schützen die Insel vor der Erosion. BornholmDie Insel Bornholm erhebt sich als Horst aus der Ostsee. Die Form wurde der Insel durch die Störungen entlang der Tornquist-Sutur gegeben. Das stärkste tektonische Ereignis fand im frühen Tertiär statt. Die alten präkambrischen Gesteine sind im Süd-Teil der Insel durch paläozoische Gesteine überdeckt, wogegen im Norden nur quartäre Ablagerungen auf dem Basement liegen. Der südliche Teil Bornholms wurde in Schritten entlang den Hauptstörungen abgesenkt, die NW bis WNW streichen. 2. Exkursionspunkt: Vang-Granit im verlassenen Steinbruch beim Hafen von Vang auf Bornholm (Präkambrium)Der Vang-Granit steht im nordwestlichen Bereich der Insel an, südlich der Ruine Hammershus, die auf Hammer Granit steht. Der Vang Granitist rötlich und mittel-körnig. Der Granit enthält Biotit und Pyroxene und ist der Granulit-Fazies zuzuordnen. In dem Granit kommen Pegmatit-Gänge vor. Diese Weiterhin ist ein Diabas-Gang erkennbar, der gering bis etwa 60m mächtig ist. Der Gang erscheint grünlich, daher könnten Hornblenden enthalten sein. 3. Exkursionspunkt: Hasle-Formation bei Hasle auf Bornholm (Unterer Jura)Die Hasle-Formation wird aus grobem Siltstein bis feinkörnigem Sandstein. Die Schichtung wird als hummocky-Schrägschichtung beschrieben. Sie wurde zuerst als abgeschnittene Wellen-Rippel Laminierung (truncated wave-ripple laminae, Campell 1966, 1977) bezeichnet. Erst später bei Harms (1979) wurde die Schichtung als Hummocks gekennzeichnet. Diese Art der Schichtung weist auf flaches Wasser, das von Sturmwellen beeinflusst wurde, hin. Die Typlokalität der Hasle-Formation liegt südlich des Hafens von Hasle in einem 1 km langen Abschnitt eines flachen Kliffs Die Hasle-Formation wird von Kohle-führenden Tonen und Sanden der Baga-Formation überlagert. 4. Exkursionspunkt: Gneise bei Tejn auf Bornholm (Präkambrium)Westlich der Ortschaft Tejn, bei dem Hafen, stehen foliierte Gneise an. Diese sind aus Arkosen oder Grauwacken (Sedimentgesteine) hervorgegangen, wobei ein Prozess stattfand, der diese Gesteine unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen veränderte. Dabei wurden teilweise Minerale umgeformt und neu gebildet. Bei bestimmten Gesteinen, z.B. den Gneisen ordnen sich die Minerale in Lagen an. Diese Struktur wird Foliation genannt. Die Sedimentgesteine wurden so zu metamorphen Gesteinen, den Metamorphiten. 5. Exkursionspunkt: Svaneke-Granit mit Nexö-Sandstein auf Bornholm (Präkambrium, Kambrium)An der Küste bei Svaneke, östlich des Hafens Listed, steht der Svaneke-Granit an, der von einem Dolerit-Gang und von Sandstein-Gängen (Unterkambrium) durchzogen wird. Der Granit ist grobkörnig und weist ein nahezu porphyrisches Gefüge auf. Der Dolerit-Gang, der den Granit durchschlägt, ist etwa 3 bis 4m mächtig und verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung. Der Sandstein-Gang verläuft dagegen in West-Ost-Richtung und durchschlägt den Granit und den Dolerit. Die Mächtigkeit beträgt ca. 15 cm. Wahrscheinlich ist der Sandstein-Gang durch Spaltenaufriss im Granit und anschließendes Einsaugen von Sedimenten entstanden. 6. Exkursionspunkt: Nexö-Sandstein bei Svaneke (Präkambrium)Südlich des Hafens von Svaneke steht der Nexö-Sandstein an. Der Sandstein ist gelb bis hellrot. Er wurde in einer intramontanen Senke gebildet und lagert dem Svaneke-Granit auf. Die Entstehung ist entweder durch fluviatile oder äolische Vorgänge zu erklären. Der Sandstein weist einen hohen Feldspatanteil auf, ist unreif und unsortiert. Die Feldspäte sind zu gering zu Kaolinit verwittert, was auf trockenes oder kaltes Klima hinweist. Es sind Strukturen wie Rinnen, Schrägschichtung und Kreuzschichtung zu erkennen. Besonders die Schrägschichtung weist auf Dünen hin, wobei steile Winkel für äolische Bedingungen sprechen. Aufgrund der Plattenbildung wurde er als Baustein verwendet. Der Sandstein liegt flach auf dem metamorphen Basement auf und wurde nicht metamorph verändert. Die Mächtigkeit beträgt etwa 100m. 7. Exkursionspunkt: Balka-Sandstein bei Nexö (Kambrium)Am Balka-Strand 4 km südlich von Nexö steht der Balka-Sandstein an.Der Sandstein entstand im Unterkambrium und wird bis 80 m mächtig. Der Sandstein entstand im marinen Bereich und es treten Wellenrippeln auf. Dunkle Lagen weisen auf Anreicherung von organischem Kohlenstoff hin und es kommen Silt- und Tonlagen vor. Intensive Bioturbation ist an Spurenfossilien zu erkennen, die auf flaches Wasser im tidalen Bereich (von Gezeitenströmungen beeinflusster Bereich, Ebbe und Flut) hinweisen. Der Sandstein ist stark aufgearbeitet, daher besteht er fast nur aus Quarz und Bindemittel. Er bildet massive Bänke durch stärkere Zementation aus. In der Nähe der auflagernden Grünschiefer treten verstärkt grüne Bänder auf. 8. Exkursionspunkt: Grünschiefer bei Snogebeck (Kambrium)An der Küste Nordöstlich von Snogebeck stehen bei Broensodde Grünschiefer an. Diese enthalten neben Ton auch etwas Silt, teilweise auch Feinsand. Die Schiefer sind reich an organischem Kohlenstoff und weisen starke Bioturbation auf. Schwarze in den Schiefern enthaltene Klasten bestehen aus Phosphorit. Das häufigste Mineral in diesen Knollen ist Apatit (Phosphor-Mineral). Die erste Möglichkeit der Entstehung dieser Knollen ist die organische Substanz von chitinigen Gehäusen,welche einige Fossilien aufweisen. Darauf weist die starke Durchwühlung des Sediments hin. 9. Exkursionspunkt: Gneise und Balka-Sandstein im Klintebakken (Präkambrium, Kambrium)In diesem künstlich angelegten Schurf im Klintebakken bei Stroby ist der Übergang vom präkambrischen Grundgebirge zum Unter-Kambrium (Balka-Sandstein) aufgeschlossen. Zwischen den beiden Gesteinen ist eine Störungszone ausgebildet. An dieser sind die Schichten des Sandsteins steil gestellt. 10. Exkursionspunkt: Bachbett des Laesa (Kambrium bis Silur)Das Bachbett des Laesa hat sich in ein West-Ost verlaufendes Kerbtal eingeschnitten. In dem Bachbett ist das Abfolge vom Unter-Kambrium bis in das Silur aufgeschlossen. 11. Exkursionspunkt: Almindingen-Granit am Bergebakkevejn (Präkambrium)Am Bergebakkenvejn ist Almindingen-Granit aufgeschlossen, der ca. 1400 Millionen Jahre alt ist. Die Granit, die in die Gneise intrudierten, haben ähnliches Alter wie der Hammer-Granit. In dem Granit steht außerdem ein Kullait-Gang an. Der Granit weist ein Parallelgefüge auf. Er enthält viele Alkalifeldspäte und wenig Pegmatitgänge. Beim Abkühlen der Schmelze verliert diese an Volumen und es entstehen Zugklüfte. Je näher man sich am Top des Granites befindet, desto enger ist die Lagerklüftung. Die Lagerklüfte stehen senkrecht zum Fließgefüge. 12. Exkursionspunkt: Rönne-Granit bei Rönne (Präkambrium)Der Rönne-Granit ist ein dunkelgrauer Granodiorit bis Monzodiorit. Der Granit enthält Biotit und ??. Der Granit ist mehrphasig intrudiert und enthält viele Pegmatitgänge. Zu den umliegenden Gneisen ist eine Pegmatitzone ausgebildet. Die Pegmatite weisen mehr Alkalifeldspäte auf und enthalten Biotit und Rauchquarz. Die Pegmatite sind grobkörnig, wobei die Kristalle Durchmesser bis 5 cm erreichen. Die Gänge haben Fragmente des Nebengesteins aufgenommen und schlossen diese al Xenolithe ein. Die Gänge haben teilweise ein schriftgranititsches Gefüge. 13. Exkursionspunkt: Grünsand bei ArnagerAn der Küste bei Arnager steht Grünsand aus der Oberkreide (Cenoman) an. Der Grünsand wurde unter lakustrinen Bedingungen abgelagert. Im Cenoman erfolgte eine Transgression, wodurch sich der Nordatlantik öffnete. |
| Aktualisiert ( Freitag, den 18. Februar 2011 um 18:39 Uhr ) |