| Qurtärgeologische Exkursion nach Zermatt |
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FluhalpGeologischer Überblick Die Periadriatische Naht stellt die ehemalige Grenze zwischen der Afrikanischen und der Eurasischen Platte dar. Das Aar-Gotthard Massiv bendet sich im Helvetikum, ist variskisch bis präkambrischen Alters und besteht aus Graniten und Gneisen. Die Gesteine, die am Mittelozeanischen Rücken entstanden, wurden metamorph überprägt. Aus den Gabbros wurden Amphibolite, die Basalte wurden bei Wasseranwesenheit zu Serpentinit umgewandelt, die Tonsteine bildeten sich zu Glimmerschiefern und Phylliten um und die Karbonate wurden metamorph zu Marmor überprägt. Die Alpen bestehen aus vielen Deckenüberschiebungen. Die Grundgebirgsdecke, im Bereich von Zermatt die Monte-Rosa-Decke, wurde während der Subduktion von ozeanischer Kruste überschoben. Es erfolgte weiterhin eine Unterschiebung dieser Decken unter eine weitere Grundgebirgsdecke, die Dent-Blanche-Decke. Anschlieÿend wurde die Bernhard-Decke, ebenfalls eine Grundgebirgsdecke, in diese Decken hineingequetscht und dadurch in eine groÿe Falte, die Mischabel-Rückfalte, gelegt. Die Grenze zwischen der Monte-Rosa-Decke und der Ophiolith-Zone liegt genau im Findelen-Tal. Auf der orographisch linken Seite stehen Gneise der Monte-Rosa-Decke an, auf der orographisch rechten Seite dagegen Gesteine der Ophiolith-Serie. Dies ist die Ursache für die verschiedenen Färbungen der Gesteine: Auf der linken Seite bräunlich und auf der rechten Seite grünlich. FestgesteineAn Festgesteinen kommen metamorphe Gesteine wie Glimmerschiefer, Grünschiefer, Gneise und Serpentinite vor. Die Glimmerschiefer sind rötlich hellbraun. Sie enthalten viel Muskovit und Quarz, aber wenig Feldspat. Das Gefüge ist eingeregelt und es kommen Lagen von Muskovit vor. Die Grünschiefer sind dunkelgrün und sie enthalten Chlorit und Quarz. Die Grünschiefer sind feinkörnig. Die Gneise sind weiß und verwittern rötlich-braun. Sie bestehen aus Quarz und Glimmern und Feldspat, die lagig angeordnet sind. Daraus ergibt sich eine Bänderung. Teilweise kommt in den Gneisen Granat vor, wodurch die rötliche Verwitterungsfarbe bedingt ist. Die Serpentinite sind dunkelgrün und massig. Das Gefüge ist eingeregelt. Sie bestehen aus Serpentinmineralien sowie untergeordnet Pyroxenen. Gelegentlich kommen auch Faser-Serpentinite vor. Seitenmoränen Die Seitenmoränen weisen eine Wallform auf. Diese Form kann von Bergstürzen verändert sein. Die Seitenmoränen, die direkt am Gletscher liegen, sind auf der Gletscherseite sehr steil. da die Erosion auf der Seite sehr stark ist. Im oberen Bereich dieser Seitenmoräne treten eingeregelte Blöcke auf, die oberflächenparallel gelagert sind. Diese wurden als Obermoräne auf dem Gletscher mitgeführt. Das Material der Seitenmoränen ist unsortiert, bis hin zu Blöcken kommen alle Korngrößen vor. Die Blöcke bestehen vorwiegen aus Serpentinit oder Glimmerschiefer. Auf den älteren Moränen haben sich bereits Böden gebildet und sie sind mit Grasmatten und Buschwerk bewachsen. BergstürzeDie Bergstürze lassen sich daran erkennen, dass sie aus eckigem Material, vorwiegend großen Blöcken, bestehen. Außerdem muss sich ein Liefergebiet ausmachen lassen, das die gleiche Petrographie aufweist. Die Ursache für das Herabstürzen der Blöcke liegt in der Frostsprengung. Auf der orographisch linken Seite ist bis auf eine Höhe von ca. 2600m grünlich gefärbtes Bersturzmaterial erkennbar. Diese sind hauptsächlich Gneise mit einem hohen Chlorit-Gehalt. Über 2600m ist die Farbe des Bersturzmaterial rötlich-braun. Der Grund dafür ist ein Granat-Gneis, der rötlich-braun verwittert. Bergstürze lassen sich im Gebiet oberhalb der Seitenmoränen erkennen. Im westlichen Teil reichen die Bergstürze bis zur Station Gant. BergrutscheDer Unterschied zu Bergstürzen besteht darin, dass ein Bergrutsch in einem geschlossenen Verband abrutscht. Die Bahn, auf der ein Bergrutsch sich bewegt, ist von listrischer Form. Ausgelöst werden die Bergrutsche durch einen tektonischen Impuls. Im Kartiergebiet befindet sich ein Bergrutsch südöstlich des Stellisees, der große Blöcke enthält und einen Hügel ausbildet. SchuttfächerDie Schuttfächer charakterisiert eine kontinuierliche Materialbewegung hangabwärts. Im kartierten Gebiet finden sich Schuttfächer sowohl orographisch links und rechts oberhalb der Seitenmoränen. Die Schuttfächer bestehen aus Kies und kleineren Blöcken, deren Petrographie gleich dem des Liefergebietes ist. Glazifuviatile AblagerungenAblagerungen von OgivenOgiven entstehen dadurch, dass sich der Gletscher an der Basis schneller bewegt als an der Oberfläche. Das Eis besteht aus Körnern, die sich gegeneinander bewegen. Der Gletscher bewegt sich durch basales und schichtparalleles Gleiten. Dadurch bilden sich i Blockgletscher
Rundhöcker Die Rundhöcker finden sich im Haupttal am Hang der orographisch linken Moräne und im Tällinen am Bach, der in den Grindjisee mündet. Sie sind rundlich geformt und auf der Luvseite ansteigend, auf der Leeseite steil abfallend. Das Gestein ist glatt poliert. Die Rundhöcker sind 15 bis 20m lang und 10m breit und sind in West-Ost-Richtung ausgerichtet. Die Gletscherschrammen auf den Rundhöckern sind bis zu 30cm lang, ca. 1 bis 2cm breit und Im Hochglazial lag die Vereisungsgrenze bei 3000m, worauf das Matterhorn als Karling deutet. Im kartierten Gebiet bildeten sich die Seitenmoränen im frühen bis mittleren Spätglazial. Die Hauptseitenmoräne wurde in der Jüngeren Dryas des Spätglazials, die von 11 000 bis 10 000 dauerte, aufgeschüttet. Das ist an den ca. 15 bis 20cm mächtigen Böden zu erkennen. Durch Gletschvorstöÿe wurden Felsen abgeschliffen und es bildeten sich Rundhöcker und Gletscherschrammen. Während des letzten Gletscherrückzugs im Spätglazial wurden Ablagerungen von Ogiven im Haupttal hinterlassen. Anschlieÿend entstanden die Bergstürze, Bergrutsche und Schuttfächer. Durch Erosion lieÿ die Stabilit ät der Haupsteitenmoräne nach und ein Teil rutschte ab. Als jüngste Ablagerungen sind im Gebiet die fuviatilen Kiese und Sande vorhanden. GletscherbodenDen Gletscherboden kennzeichnet eine Verebnung und ein leicht hügeliger Boden. Der Gletscherboden ist teilweise von großen Blöcken, die durch Bergstürze heruntergefallen sind, bedeckt. Der Bewuchs besteht aus alpinen Grasmatten und kleinen Sträuchern. MooreIm Kartiergebiet ist ein Moor westlich des Stellisees entstanden. Es liegt in einer Vertiefung und ist daher mit Wasser durchtränkt. Durch einen hohen Säureanteil und Sauerstoffmangel im Boden wird die Zersetzung von abgestorbenen Pflanzen gehemmt und es bildet sich Torf. Das Moor erhält seine Feuchtigkeit nur aus dem Regenwasser, daher ist es ein Hochmoor. Es wächst uhrglasförmig über die Grundwasseroberfläche. Hochmoore sind entweder durch den Rückzug von Niedermooren oder durch hohe Niederschläge und geringe Verdunstung auf nährstoffarmen Böden entstanden. ErosionskanteDie Erosionskante hat sich seit der letzten Vereisung gebildet. Der Hang ist fast senkrecht. Da die Hangneigung der Seitenmoräne größer ist als die größte natürlich stabile Hangneigung (33°) rutschten Teile der Moräne ab. Da Gestein ist nicht besonders stark verfestigt, deshalb kann es leicht von Wind und Wasser erodiert werden. Weiterhin trägt der Fluss im Haupttal besonders während der Schneeschmelze zur Erosion bei. DatierungenDie Moränen können anhand von Vegetation und Böden und datiert werden.
LandschaftsgeschichteIm Hochglazial lag die Vereisungsgrenze bei 3000m, worauf das Matterhorn als Karling deutet. Im kartierten Gebiet bildeten sich die Seitenmoränen im frühen bis mittleren Spätglazial. Die Hauptseitenmoräne wurde in der Jüngeren Dryas des Spätglazials, die von 11 000 bis 10 000 dauerte, aufgeschüttet. Das ist an den ca. 15 bis 20cm mächtigen Böden zu erkennen. Durch Gletschvorstöße wurden Felsen abgeschliffen und es bildeten sich Rundhöcker und Gletscherschrammen. Während des letzten Gletscherrückzugs im Spätglazial wurden Ablagerungen von Ogiven im Haupttal hinterlassen. Anschließend entstanden die Bergstürze, Bergrutsche und Schuttfächer. Durch Erosion ließ die Stabilität der Haupsteitenmoräne nach und ein Teil rutschte ab. Als jüngste Ablagerungen sind im Gebiet die fluviatilen Kiese und Sande vorhanden.
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| Aktualisiert ( Dienstag, den 15. Dezember 2009 um 13:39 Uhr ) |
Kommentare
Grindjisee nicht mit Grünsee verwechseln,
Ortsangabe für Hauptseitenmorä ne fehlt,ebenso leider auch Hinweis und Datierung der Moränenzüge zwischen Fluhalp und Grindje(erstes Foto vermutlich) Zitieren